Zwischen den Polen.
Jedes Thema, das uns beschäftigt, hat zwei Seiten. Diese Übung lädt dich ein, beide zu spüren.
Was wir stark fühlen, die Last, die Angst, die Starre, hat immer auch ein Gegenstück in uns, das leiser ist, das wartet.
Diese Übung lädt dich ein, beide Seiten zu spüren. Nicht um eine davon wegzumachen, sondern um sie beide anzuerkennen. Denn dort, wo Gegensätze sich begegnen, entsteht Tiefe.
So geht es
Schreibe dein Thema auf ein Blatt Papier. Dann schreibe daneben sein Gegenteil. Das, was du vielleicht weniger spürst, aber das auch in dir lebt. Verbinde beides mit dem Wort „und":
- Ich bin erschöpft und lebendig.
- Ich bin verloren und suchend.
- Ich bin klein und kraftvoll.
Suche nun zwei Orte in der Natur: einen für jede Seite. Vielleicht einen hellen und einen schattigen, einen hohen und einen tiefen, einen weiten und einen engen. Folge deinem ersten Impuls, nicht dem Verstand.
Geh zum ersten Ort. Nimm alles wahr: was dich umgibt, was du riechst, hörst, fühlst. Was zeigt sich hier? Welche Gedanken, Bilder, Körpergefühle kommen? Schreib auf, was sich zeigt.
Dann wechsle den Ort. Begegnen dir hier andere Dinge? Ein Tier, eine Pflanze, ein Geräusch? Was bewegt sich in deinem Körper, wenn du hier stehst?
Wechsle noch einige Male hin und her. Spüre, was sich verändert; in dir, nicht um dich herum.
Am Ende: Finde einen Punkt zwischen den beiden Orten. Einen Ort, an dem du dich jetzt wohlfühlst. Wähle eine Geste oder einen Satz, um diesen Moment zu verankern. Und vielleicht ein kleines Ritual, das dir sagt:
Ich war hier. Ich habe mich selbst getroffen.
Diese Übung ist ein erster Schritt.
Den nächsten gehen wir gemeinsam, in einer Session in und mit der Natur.